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Das Leben ist nichts als eine Aneinanderreihung von Rhythmen: Der eigene Herzschlag, während man am Kanal entlang zum ersten Date radelt, der Bass auf der Tanzfläche, der einen einfach nicht gehen, sondern weiterhüpfen lässt, die immer selbe Art, wie der Lieblingskollege auf den Kofferraum klopft, wenn man ihn zum millionsten Mal zu Hause abgesetzt hat. Wenn man einmal beginnt, auf diese kleinen Dinge zu achten, kommt man vor Rumgetrommel, Mitgeklatsche und rhythmischem Vor-sich-hin-Gehibbel zu nicht mehr allzu viel. Und wenn man Popstickel hört, ist man dann endgültig verloren. Für immer. Denn sie erfinden nicht nur Rhythmen und Beats, die einen am Schlafittchen packen und auf die Tanzfläche schubsen, sie schreiben auch noch Melodien dazu, die einem um den Hals fallen wie eine neue Tanzflächenliebe: gekommen um zu bleiben. Popstickel klingen mal nach rasanter Küstenfahrt mit dem geklauten Cabrio, mal nach Disconacht im Hinterhof und mal nach melancholisch den Koffer packen – und eigentlich doch noch bleiben wollen. Gegründet wurde die Band von zwei Brüdern namens Stickel, die der Legende nach zwei Leidenschaften teilen: Popmusik und Eiscreme. Weshalb die Referenz zu "Popsicle" – englisch für Eis am Stiel – natürlich plötzlich ganz viel Sinn ergibt. Hannes Stickel ist studierter Schlagzeuger – hat dann aber auch den Gesang für sich entdeckt – , sein Bruder Andreas ist studierter Bassist, Gitarrist und Toningenieur und Johan Fink, das dritte Bandmitglied, ist ebenfalls studierter Schlagzeuger, Arrangeur und zweite Stimme der Band. Das ganze Studiere hört man der Band zum Glück nicht an, ihre große Liebe für kernig vertrackte, treibende Beats und kühne, eingängige Sounds aber schon. Kein Wunder, dass Alex Tomann, Mixingengineer von Bands wie "Bilderbuch" oder "Beatsteaks", sich einen ganzen Monat Zeit nahm, um das Debut-Album zu mischen. Aber hören Sie selbst! Am besten in tanzfreundlicher Umgebung, an einem Tisch – oder mit den Händen auf den Oberschenkeln. Anmachen. Mittrommeln. Freude!

(Lars Gaede)

Popstickel hat 2012 die EP "What to do" bei Motor Digital veröffentlicht. Im gleichen Jahr wurde eine arte/rbb Produktion über Bud Spencer ("Bud`s Best") mit Songs dieser EP vertont. Über Liveaktivitäten kann man sich im News-Bereich dieser Website informieren.